Überlegungen zu Frank Zander und 90er jahre Pagern
Fragt ihr euch manchmal auch, wie Frank Zanders Unternehmen „Handgebrannt“ heutzutage noch läuft? Das einzige Unternehmen, das “die ganz persönliche Geburstags-CD” bedruckt und besungen mit dem Vornamen des Jubilars verkauft. Dazu gabs damals in den 90ern eine nette Werbung:
Dieses Unternehmen gibt’s ja noch und da kann man sich auch noch CDs bestellen. Wenn ich da jetzt aber auf die Seite gehe und eingebe, dass ich eine CD auf meinen Spitznamen „Danger“ bestellen möchte, wird mir gesagt, dass dieser Name noch nicht eingesungen wurde und dass ich eine Telefonnummer anrufen soll. Was passiert denn nun, wenn ich da anrufe? Gebe ich dann am Telefon an, dass ich bitte eine persönlich von Frank Zander eingesungene Geburstags-CD auf den Namen Danger haben möchte? Und, das ist jetzt das spannendste an der Frage, macht der das dann auch gleich? Kann ich Frank Zander mit einem einfachen Telefonanruf dazu bewegen, aufzustehen und in sein Studio zu gehen, um sich vor das Mikro zu stellen und „Danger“ zu singen? Das kommt mir vor wie der Schmetterlingseffekt, nur dass es dabei um Frank Zander geht; was die Sache ja auch so schön macht. Ich habe meinem Ex-Freund vor Jahren diese CD einmal zum Geburtstag geschenkt. Sie hat 20 Euro gekostet und es war ein einziges Lied drauf. Allerdings war sein Name wirklich von Herrn Zander persönlich eingesungen. Man hörte ein lustiges Geburstagslied mit Lyrik, wie man sie sonst nur von Rilke gewöhnt ist: „Ab geht die Rakete hier auf Deiner Fete und jeder hat was mitgebracht. Soll’n die Elche jodeln, Pelikane rodeln, heut’ wird Rabatz gemacht!“ Insgesamt sieben mal wurde der Namen über dieses Lied gelegt, wobei die Namensspur immer doppelt so laut war wie die Gesangsspur. Nicht schlecht, nicht. Was ich mich dabei aber immer frage: wie oft im Jahr muss Frank noch mal “ran” und ins Studio und einen Namen einsingen. Wie oft im Monat? Wie oft in der Woche eventuell. Ich habe wirklich gar keine Ahnung.
Seit Jahren stelle ich mir den Arbeitsalltag von Frank Zander folgendermaßen vor: Frank kommt wie jeden Tag in sein Büro in Berlin Charlottenburg (außer am Wochenende, da spielt er irgendwo live nachmittags ein Konzert, aber immer in Berlin). Er setzt sich an seinen Schreibtisch, auf dem zwei Telefone stehen. Jetzt sitzt er da und wartet acht Stunden bis eines klingelt. Irgendwann klingelt das rechte. Er geht dran und es meldet sich sein Manager: „Ey Frank, ich hab einen Job für dich. Du musst sofort ins Studio und den Namen „Danger“ einsingen. Frank, das ist deine Chance. Die Leute wollen dich!“. Frank springt auf nimmt seinen Aktenkoffer, geht ins nächste Zimmer, schmeißt seinen PC an und singt dann das eine Wort ein. Währendessen sind auch sein Manager und sein Producer erschienen. Beide klatschen in die Hände und sagen „Super, Frank, das war spitze!“ Frank wischt sich den Schweiß von der Stirn und greift mit letzter Kraft nach dem Sektglas, das ihm sein Manager reicht. Sie stoßen überglücklich an. An weitere Arbeit ist an diesem Tag nicht mehr zu denken.
Ich schätze, so ist das dann.
Aber da war ja noch ein zweites Telefon auf seinem Schreibtisch! Und zwar, und das ist jetzt meine eigene ziemlich brillante Idee, gehört dieses Telefon einem Unternehmen, das seine Hochphase in den 90ern hatte, welches aber seinen Service heute rechtlich gesehen noch immer anbieten muss. Ich rede von dem Telefondienst von Pagern wie Quix, Tellmi oder Scall. Weil eigentlich: Wer sich in den 90ern ein Bravo-Quix gekauft hat, sollte doch heutzutage rechtlich gesehen noch immer die Möglichkeit haben, sein Gerät (damals Durchschnittspreis 100 DM) benutzen zu können. Um eine Textnachricht auf einen Pager schicken zu können, musste man eine teure Telefonnummer anrufen und den Damen in dem Callcenter langsam und deutlich eine Nachricht diktieren, die auch nicht länger als 80 Zeichen lang sein durfte. Man sollte doch eigentlich davon ausgehen dürfen, dass ein Anbieter die volle Leistungsdarbietung auch dann noch garantieren muss, bei dem vermeintlichen Fall, dass er megaout wird. Daher müsste es rechtlich dieses Callcenter, das die Textnachrichten annimmt, heute noch geben. Da reicht ja wahrscheinlich auch nur ein Telefon aus, um die wohl eher geringe Zahl von Anrufen anzunehmen. Und da finde ich, ist Frank Zanders Schreibtisch der beste Ort der Welt für. Damit wäre auch das zweite Telefon erklärt.
Allerdings ist mir bei der Recherche dieses Inhalts etwas untergekommen, was meine jahrelang ausgebrühtete Theorie verändert.
Es gibt jetzt nämlich Folgendes:
Wie von der Homepage zu entnehmen ist kostet die DVD nur 24,90 EUR plus 3,80 EUR Versand und ist in „eine edle Buch-Klappkarte verpackt, die innen auch Platz für die eigenen Glückwünsche bereit hält.“ Da aber wahrscheinlich die ewig gleiche Gesangsspur über das ewig gleiche Video gelegt wird, muss ich nicht anfangen zu überlegen,wie oft Herr Zander sich in der Woche vor die Bluebox stellen muss. Schaut man sich folgenden Link einmal an, kann man schätzen, dass bei Frank Zander nicht sehr oft eines seiner Telefone klingelt. http://www.ibiza-sunset.com/index1.html Hier hat Herr Zander extra eine Seite eingerichtet, mit der man via Webcam den Sonnenuntergang auf Ibiza verfolgen kann. Eine Sache, die ich bei meiner Recherche noch herausgefunden habe und die ich erst am Ende des Eintrags erwähne, da sonst obige These nicht mehr greift, ist folgender Wikipediaeintrag über den Quix: Die zunehmende Verbreitung des Mobiltelefons und die vergleichsweise hohen Gebühren machten Quix zunehmend unattraktiv. Im Juli 2000 wurde dann allen Teilnehmern die endgültige Einstellung des Dienstes zum Jahresende postalisch mitgeteilt.[3] Mitte Dezember 2000 erhielten die Nutzer eine Textnachricht, dass der Service eingestellt und der Quix Pager binnen 14 Tage unbrauchbar ist. Zum Ende hin wurden alle Quix Pager über ein einheitliches Funksignal unbrauchbar gemacht und konnten daraufhin nicht mehr eingeschaltet werden.
Diesbezüglich habe ich noch einen Testbericht von „Quix“ aus dem Jahr 2000 gefunden: http://www.ciao.de/Quix__216178: Als ich mir vor knapp 2 Jahren ein Quix kaufte (für 100 DM) war der Werbeslogen noch: ” Mit Quix immer erreichbar ” Mmh das dachte ich eigentlich auch nur auf einmal kam Mitte September wie auch schon zum zweiten mal: “Der Quix Funkruf Dienst wir zum 31,12,2000 eingestellt” Pah, das gibt’s doch gar nicht habe ich da gedacht und natürlich sofort bei der Miniruf GmbH in Hannover angerufen und erzählt das ich erst “kürzlich” ;-) ein Quix gekauft habe und ob ich jetzt eine Entschädigung bekomme, - aber Nein anstatt zu antworten legt der Kundendienst von Quix erst mal schon auf!
Es ist schade, dass man wahrscheinlich nie mehr erfahren wird, was da wirklich passiert ist. Damals im Jahre 2000 in der Quix-Firma. Zumindest habe ich mir dank Frank Zanders liebevoll zusammengestellten Linksammlung von Radiohörwünschen bei Radio hr1 ein Lied von ihm gewünscht, für den 1. April.










sehen. Besonderheiten und Kniffs sind hierbei:

